Loading images...

Berliner Comicmesse – kleiner Review

Am vergangenen Sonntag hatte ich ja mein Messe-Coming out und hab auf der Berliner Comicmesse ausgestellt.

IMG_5338

Zum Glück war Sascha nachmittags auch dort, hat mich moralisch unterstützt, mit Hefeweizen versorgt und natürlich Fotos gemacht.

Hier ein paar Eindrücke:

Die location:
optimal: ein großer Saal (größer als gedacht) plus ein Foyer-Bereich für einzelne Künstler und Veranstaltungsraum (den ich nicht gesehen habe), im ersten Stock eine Bar mit Getränken und überteuerten Brötchen. Genau die richtige Größe für eine solche Veranstaltung – man hatte das Gefühl, bei einem richtigen Event zu sein und nicht bei einer Hinterhof-Veranstaltung. Der Lastenfahrstuhl direkt in den Saal war ein Segen – so einfach hab ich noch bei keiner Messe auf- und abgebaut (ja, ich war schon auf Messen, nur eben nicht auf Comic-Messen 😉 ).

 

Der Veranstalter:
Freundlich, flexibel, was meine Sonderwünsche anging (Wandtisch, Steckdose) und wirklich nicht teuer. Da gibts nichts zu nörgeln – bei den Herrschaften jederzeit gerne wieder!

 

Der Charakter der Veranstaltung:
Die Berliner Comicmesse hieß bis vor Kurzem noch Berliner Comicbörse, und leider hat man das der Veranstaltung auch angemerkt. In der Halle waren zu 90 % Händler vertreten, die in großen Grabbelkisten folienverpackte Hefte der letzten Jahrzehnte präsentiert haben. Das Publikum war in der Mehrheit dementsprechend: Jäger und Sammler, die sich durch die Grabbelkisten grabbeln auf der Suche nach Abrafax-Jahrgängen von 1985 oder der Spiderman-Ausgabe Heft 842.
 
Das ist nicht abwertend gemeint, ich hatte nur insgesamt etwas mehr Innovations-Angebot bei den Händlern, und Innovations-Erwartung bei den Besuchern erwartet. So hatte es einen gewissen Flohmarkt-Charakter. Und – ich sag’s einfach mal so: wenn man einen Alterdurchschnitt gebildet hätte, hätte ich drunter gelegen.

 

Das Interesse:
… war – ich muß es leider sagen, etwas ernüchternd. Freundliches Interesse, Komplimente gute Gespräche, gute Wünsche für die Zukunft – aber wenig Verkäufe. Viele Leute, die mit einfach am Stand vorbeigelaufen sind (um sich auf die Grabbelkisten links und rechts von mir zu stürzen) oder nur ganz kurz einen Band in die Hand genommen haben. Hmja.
 
Zum Glück kamen ein paar meiner Lieben und bauten mich wieder auf und baute mich wieder auf, und ein anderer Künstler, der seinen selbstproduzierten Comic präsentiert hat, berichtete Ähnliches. Vielleicht liegts an Stil/MachartThema, vielleicht an der Unbekanntheit (Eridani???), vielleicht auch an der anderen Erwartungshaltung an ein solches Event. Wie auch immer: die Erwartung, dass sich alle Welt gleich mit Begeisterung draufstürzt, ist vielleicht ein wenig naiv, und ich werde mich davon (hoffentlich) nicht demotivieren lassen. Mal sehen: vielleicht wird man beim nächsten Mal schon anders wahrgenommen.

3 Kommentare zu „Berliner Comicmesse – kleiner Review“

  • Katja:

    Lass Dich davon nicht unterkriegen! Ich war letztes jahr in München auch mit nem Projekt präsent, und das Echo war erstmal sehr durchwachsen. So ein Projekt braucht immer seine Anlaufphase.
    VIEL GLÜCK + KOPF HOCH!

  • Antje:

    Heyhoo Tim, haben an dich gedacht und sind überzeugt, dass dein Projekt seinen Weg gehen wird. Dein Tisch sah neugierig machend aus. Bleib dran, bleib munter und sei dir sicher, dass du uns als Fans hast. Von der ersten Minute an.
    Tschakka.
    Antje

  • NetBee:

    Ich würde mich davon auch nicht deprimieren lassen!! ich kene die Kölner Comicmesse, und auf den Bildern sieht die Berliner genau so aus: mehr ein flohmarkt als eine richtige Messe! Das Publikum hgat einfach andere Erwartungen (ale Sammelhefte). Euer Projekt sieht wirklich vielversprechend aus, und ich würds an eurer Stelle mal auf dem comicfestival in München oder dem comicsalon in Erlangen versuchen!!

Kommentieren