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Making Of

Making Of

Making of – wir macht man einen Fotocomic? Noch dazu einen SciFi-Fotocomic?
Im Folgenden gibt’s einen kleinen Blick in die Eridani – Comic-Werkstatt.

Ich habe ein Problem: ich mag Comics (schon lange) und liebe SciFi (schon immer), aber ich kann so garnicht zeichnen
Deshalb basiert das Eridani-Projekt auf Real-Shootings. Alles, was die Figuren anhaben oder in der Hand tragen, ist echt.
Alle Hintergründe stammen aus 3D-Modellen und aus Mass Effect 2 (Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Electronic Arts Deutschland. Danke Leute!)

MassEffect-2-Banner

Für die, die wissen wollen, wie der Comic entsteht:

Die Eridani-Produktionsstraße

 

Story

Wie beim Film: Am Anfang stehen die Idee und dann das Skript incl. Treatment, Dialogen und Charakterisierung.
Basierend auf dem Skript wird das Seiten-Layout mit Frames und Texten gebastelt.
OK OK: Manchmal manchmal fange ich auch mit den Bildern an, lasse mich treiben, und bastle später Text und Frames drumherum. Hängt so’n bisschen von Tagesform, Lust-und-Laune sowie Kreativitätslevel ab.
Urlaub
Frames

 

Storyboard

Manchmal (zu selten) gibts auch ein Foto-Storyboard. Wieder mein altes Problem: ich kann nicht zeichnen, also nehmen wir die Takes vorher per Kamera auf.
Nützlich ist so ein Storyboard im Prinzip immer, aber so richtig gebraucht haben wir’s bei der Choreographie der Action-Szenen.

storyboard

Den Abend, den man zur Erstellung eines Foto-Storyboards aufwenden muß, spart man nachher bei Shooting und Bildgestaltung allemal ein.

Storyboards wird’s in Zukunft wahrscheinlich noch öfter geben.

Storyboard-result

(und so sieht dann das Ergebnis aus)

Basteln

Was noch nicht im Fundus ist, muß an gemütlichen Abenden gebastelt werden (Special Thanks an Arne und Birgitt!)
Inzwischen gucke ich mir die Kleidung von Leuten in erster Linie nach dem kann-das-im-Comic-verwendet-werden – Aspekt an, und auch Wasserpistolen und Kopfhörer genießen meine besondere Aufmerksamkeit.
Im Prinzip kann man alles digital hinzufügen, aber das kann derbe aufwändig werden. Ich hab inzwischen die Daumenregel: was man nur auf zwei, drei Bilder braucht, wird digital hinzugefügt; alles andere wird gebastelt.

basteln
Da unser Budget das von Hollywood-Blockbustern deutlich unterschreitet, müssen preiswerte Lösungen ran 😉
stablampe

 

Das Schöne ist: Zeug, das in echt wirklich billig aussieht, und mit dem man sich kaum trauen würde, sein Kind zum Fasching zu schicken, erfährt durch den Comic-Filter eine gnädige Glättung
comic-glättung

3D-Modellierung

Die Bild-Hintergründe (bzw.das Rohmaterial dazu) stammen ja überwiegend aus Mass Effect 2. Aber nicht alles: in zunehmendem Maße arbeite ich mich 3D-Modellen, die entweder gekauft und dann modifiziert werden, oder komplett selbst entwickelt sind.
Beispiel: das Raumschiff Aashwaasaan ist ein gekauftes Modell des italienischen 3D-Künstlers Stefano Tartarotti (das hätte ich so nicht hinbekommen…).
aashwaasaan blender
 
Von mir stammt die Textur, Beleuchtung, Fenster etc. Bearbeitung und Renering erfolgen mit dem hervorragenden freeware-Programm blender.
 
aashwaasaan_3360_1050

Der Trend zu selbst modellierten Objekten nimmt jedoch zu: mit jedem Projekt wird man besser uns sicherer im Umgang mit dem Tool, und der Vorteil der freien Gestaltbarkeit spielt natürlich auch eine Rolle.

Schichten

 

Shooting

Der aufregendste Teil (für mich)!

Hier kommen die Charaktere ins Bild; es geht nichts ohne unseren Kameramann und seine Technik.
Wir fotografieren vor’m Greenscreen. Je nach Vorbereitungsgrad entweder basierend auf dem Foto-Storyboard, oder frei Schnauze (‚guck doch mal ernst nach links‘)
Als ideal hat sich der Sonntag Abend herauskristallisiert. Und ja: das ist kein Fotostudio, sondern mein Wohnzimmer 😉
Geld hat dafür noch keiner dafür bekommen, aber wenigstens denke ich meistens an Wein und Knabberzeug.
shooting

 

Compositing

Das Herzstück der Produktion. Hier werden Vorder- und Hintergrund montiert und koloriert, und die Effekte erzeugt. Das Ganze findet in 2D statt; nur zögerlich habe ich mich ein wenig in Richtung 3D-Compositing gewagt.
Compositing schadet meiner Gesundheit, und ist stark von der Tagesform abhängig.
composit

 

Comic- und Lichteffekte

Jetzt kommt Sascha mit seiner Comic- und Lichteffekte-App und macht das Ganze erst schön.
Das billige Aussehen der gebastelten Sachen und die Diskrepanz zwischen Vorder- und Hintergrund werden gnädig weggebügelt.
Was ich mache, wenn Sascha sein iPad mal abstößt und nicht mehr comicisieren kann/will, weiß ich auch noch nicht; wahrscheinlich muß ich dann doch noch zeichnen lernen…

comic-und-licht

 

Finalisierung

Bilder + Frames = Comic! Sollte man meinen.
Leider ergeben sich beim Zusammenfügen doch noch Verwerfungen: die Bilder passen nicht zueinander, die Bildaufteilung sieht blöd aus etc.
Dann muß man nochmal ran und liebevoll gebastelte Bilder ändern oder (omg) wegwerfen. Zweit-unbeliebteste Arbeit.
final

 

Redigieren

Der schmerzhafteste (und deswegen aller-unbeliebteste) Teil: den Comic in der Gesamtheit kritisch betrachten und ggf. umbauen.

  • Passt alles zusammen?
  • Erzählt sich die Geschichte?
  • Ist sie auch spannend oder wenigstens interessant?

Jaja, das müsste eigentlich alles schon vorher passiert sein… trotzdem habe ich feststellen müssen, dass Szenen, die sich im Skript gut gelesen haben,
im fertigen Comic langweilig oder unpassend sind. Und dann bleibt (wenn man konsequent bleiben möchte) leider nur eins: bereits fertiggestellte Seiten oder Kapitel ändern, Teile rauswerfen oder zusammenstreichen.

Wisst Ihr, wie schrecklich das ist?? Texte und Bilder, an denen man abendelang gewerkelt hat, in die Tonne treten?
Eine liebevoll gestaltete Szene zusammenschneiden, weil sie im Gesamt-Zusammenhang nicht richtig funktioniert?
Ich hab nie verstanden, warum es bei Filmen sowas wie Deleted Scenes und Director’s Cuts gibt („die Szene sieht doch gut aus!“), bis ich da durch musste.
Und ich fürchte, ich habe diesen Weg noch nicht bis zum Ende beschritten…

3 Kommentare zu „Making Of

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