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Mehrschichten-Comicisierung

Nach den beiden Shootings im Januar hab ich ja erstmal genug Bastelmaterial für ein paar Szenen.
Dabei sind auch auch 2 actionreichere Sequenzen, und die stellen etwas höhere Anforderungen als Dialog-Szenen – u.A. auch bei der Bildgestaltung.

 

Eine Methode, um Bildern in Comics mehr Dramatik zu geben oder Bewegung zu simulieren, sind Speed lines – eine Technik, die schon in den alten Superhelden-Zeiten entstanden ist und die im Manga-Universum weiterentwickelt wurde.
 
speedlines

Jeder, der Comics kennt, kennt auch Speed Lines (wenn auch vielleicht nicht so ausgeprägte wie in diesem Beispiel), selbst in naturalistisch gezeichneten Comics wie Tim & Struppi findet man sie. Ich versuche, diese Technik auch bei Eridani weiterzuentwicklen, aber Speed Lines haben eine merkwürdige Besonderheit: sie sind nicht real. Im Unterschied zu den abgebildeten Personen, Objekten und Hintergründen zeigen sie etwas, das es eigentlich ich der Szene gar nicht gibt, sondern versinnbildlichen Bewegung, Zeit oder Emotionen (zum Glück hat unser Gehirn kein großes Problem damit, diese ‚realen‘ und nicht-realen Bildinhalte auseinanderzuhalten, und es stört sich noch nicht einmal daran).

 

Für einen Comic- der auf realen Fotos und Standbildern von 3D-Objekten basiert, ist das natürlich blöd. Zum Glück gibt’s da den Bewegungs- und Radial-Filter in Photoshop, mit dem sich manche solcher Effekte ganz gut erzeugen lassen. Aufgrund unseres Workflows – erst Compositing, dann Comicisierung – ist das aber nicht immer ganz so leicht: schließlich soll – wenn man einen Effekt erzielen will wie im obigen Manga – der Hintergrund, aber nicht das Vordergrund-Objekt ge-speed-linet werden (was für ein wunderbares Wort). Die Technik, mit der ich gerade experimentiere: Mehrschichten-Comicisierung.
 

Schichten

Das Bild wird in mehreren Schichten erstellt, einzeln comicisiert, dann wird der Hintergrund mit speed lines bearbeitet und alles zusammengefügt.
 

Klingt kompliziert? Öhm, ja, schon. Aber zum Glück verlangt ja nicht jedes Bild eine so dramatische Überzeichnung 😉
Ich finde, das Ergebnis gewinnt dazu (oben ohne, unten mit Speed lines )

Mascha_result2

3 Kommentare zu „Mehrschichten-Comicisierung“

  • Cypher:

    Sehr schicker Effekt! Ich hätte allerdings eher erwartet, dass sich das Objekt selbst „bewegt“, also die Frau. Und nicht der Hintergrund. Es wirkt so, als wenn sich die Kamre relativ zum Objekt garnicht bewegen würde.

  • eridani-admin:

    Hallo Cypher,

    na, da hab ich Deinen Kommentar ja noch kurz vorm PC-ausschalten-und-ind-Bett-gehen entdeckt :)
    Eigentlich hast Du natürlich recht, wenn die Kamera steht und sich nur das ‚Objekt‘ bewegt (was ja normalerweise der Fall wäre bei einem dritten Beobachter).
    Das Problem dabei nur: Du siehst dann vom Objekt nicht viel; es ist bewegungsmäßig verwischt, und gerade der Teil, der das Zentrum des Bildes ausmachen sollte, ist am schlechtesten zu erkennen.
    Deswegen trickst man (oder zumindest ich) ein wenig und läßt sich Kamera sich mitbewegen.

  • Cypher:

    alles klar, danke für die schnelle Erläuterung! Klingt einleuchtend.
    Jetzt aber husch husch ins Bett!!

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